Bald keine Bitcoin Hard Forks mehr notwendig? Blockstream präsentiert Lösung

In Tokio fand am Freitag die „Scaling Bitcoin“ Konferenz statt. Mark Friedenbach von Blockstream stellte dabei ein bahnbrechendes Konzept für Bitcoin vor. „Forward Blocks“ sollen es ermöglichen, zukünftige, umstrittene Änderungen an Bitcoin vorzunehmen, z. B. die Erhöhung der Blockgröße (englisch: Blocksize) oder die Änderung des Proof-of-Works, ohne einen Hard Fork durchführen zu müssen. Die Lösung „Forward Blocks“ würde es praktisch obsolet machen, dass jeder Node im Bitoin Netzwerk seine Software aktualisiert.

Die Frage, wie Änderungen am Bitcoin-Protokoll vorgenommen werden können, ist bereits seit einigen Jahren ein großes Streitthema. Nicht zuletzt hat der „Blocksize-Krieg“ gezeigt, dass es extrem schwierig ist einen Konsens in einem riesigen verteilten System wie Bitcoin zu erreichen. Während das eine Lager für die Erhöhung der Blocksize war (das „Bitcoin Cash-Lager“), wollte das andere Lager die Blocksize von Bitcoin bei einem MB belassen und die Bitcoin-Blockchain „off-chain“ (z. B. durch Lightning) skalieren. Die Folge des Streits war der Bitcoin Cash Hard Fork vergangenes Jahr.

Ein weiteres, wichtiges Thema war, dass die Kontrolle über die eigenen BTC untergraben wird, wenn es erzwungene Softwareänderungen gibt. Deshalb hat Mark Friedenbach von Blockstream nach einer Lösung gesucht, wie größere Änderungen einfacher an Bitcoin umgesetzt werden können, ohne einen Hard Fork zu implementieren. Einige Kritiker argumentieren jedoch auch, dass drastische Veränderungen an einem dezentralen Netzwerk, wie Bitcoin, extrem schwierig sein sollten.

Während Adam Back, CEO von Blockstream den Vorschlag zurückhaltend als „ziemlich einfach, aber dennoch interessant“ bezeichnete, sagte Karl-Johan Alm, ein Bitcoin Core Entwickler, dass der Vorschlag einen „massiven technologischen Durchbruch“ bedeutet.

Wie funktioniert „Forward Blocks“?

Friedenbach erklärte, dass Forward Blocks verschiedene Blockchains mit separaten Proof-of-Work-Funktionen ermöglicht. Dies bedeutet, dass es nicht nur eine einzige Blockchain gibt, in die jeder Block geschrieben werden kann, sondern zahlreiche Blockchains. Die Idee ähnelt dem Sharding von Ethereum, dass die Blockchain in Teile („Shards“) zerlegt. Friedenbachs Forward Blocks würde die Daten der Bitcoin Blockchain ebenfalls in verschiedene Teile, weitere Blockchains zerlegen. Diese „Forward-Blockchains“ sind grundsätzlich erst einmal nicht miteinander verbunden und speichern ihre eigenen Transaktionen separat ab. Allerdings soll es eine Synchronisationsmöglichkeit zwischen diesen (beiden) Shards geben. Friedenbach erklärte dazu (frei übersetzt):

Eine der Methoden ist das Sharding. Ich spreche von Datenbank-Sharding. Wenn wir eine Forward-Blockchain haben können, könnten wir genauso einfach 30 haben und Transaktionen von ihnen separat haben, so dass jeder Shard sein eigenes UTXO-Set hat […]. Die Informationen in einem Shard sind nicht mit dem verbunden, was in anderen Shards passiert. Es muss eine Möglichkeit geben, etwas zwischen den Shards zu übertragen, und es gibt einige Synchronisationsanforderungen, und es ist derselbe Mechanismus, den wir früher für die Coinbase Regeln verwendet haben.

Folgende Aussage von Friedenbach verdeutlicht auch noch einmal ganz klar, was die Absicht von Forward Blocks ist. Wenn kein Konsens über eine Änderung des Bitcoin-Protokolls erreicht wird, dann können Nodes, die nicht auf das Upgrade aktualisieren, weiter an der Bitcoin-Blockchain teilhaben. Sie werden dann lediglich zu einem „Shard“.

Die so genannte Soft-Fork-Alternative impliziert eine Stärkung der Konsensregeln, bei denen alte Nodes noch immer den Fortschritt der Blockchain erhalten. Die Forschung enthält auch eine Definition für vorwärtskompatible Soft-Forks, sodass nicht aktualisierte Nodes noch alle Transaktionen empfangen und verarbeiten können.

Ob dieser Vorschlag in der gesamten Bitcoin-Gemeinschaft Anklang findet, bleibt abzuwarten. Sicherlich wird er aber sehr kontrovers diskutiert werden.

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